Corona-Fördermittel rund 100 Mrd. Euro

Corona-Update Juni

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Die Corona-Lage scheint sich auch in Deutschland allmählich zu entspannen. Der Einzelhandel, das Gastgewerbe und die Kulturbranchen bereiten sich auf die lang ersehnten Öffnungen vor, die nun unter strengen Auflagen (GGG) möglich werden. Hier noch einige weitere Entwicklungen.

Corona-Förderung

Nach einer Aufstellung des Handelsblatts wurden in der Corona-Krise bisher knapp 100 Mrd. Euro an Fördergeldern und 42 Mrd. Euro Kurzarbeitergeld ausgezahlt. Die Positionen im Einzelnen: Soforthilfe für Kleinunternehmen und Freiberufler (13,6 Mrd. Euro), Überbrückungshilfe 1-3 (11,9 Mrd. Euro), November- und Dezemberhilfe (11,8 Mrd. Euro), Neustarthilfe (1,1 Mrd. Euro), Bürgschaften der Bürgschaftsbanken (1,6 Mrd. Euro) und Wirtschaftsstabilisierungsfonds (8,5 Mrd. Euro). Damit wurden die bereitgestellten Fördertöpfe nicht ausgeschöpft. Vielen Kleinunternehmen war nach Erkenntnissen einiger Studien die Antragstellung über die Steuerberater zu kompliziert und die Förderbedingungen im Kleingedruckten nicht ganz geheuer.

Die Bundesregierung hat in der Zwischenzeit beschlossen, die Überbrückungshilfe III und die Sonderregelungen zum Kurzarbeitergeld bis Ende September 2021 zu verlängern. Der Zugang bleibt erleichtert. Die Sozialversicherungsbeiträge für die Arbeitgeber werden dann weiter voll erstattet. Die sich daraus ergebenden Zusatzkosten belaufen sich auf 2,6 Mrd. Euro.

Konjunkturlage

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist nach Destatis im ersten Quartal 2021 um 1,8 Prozent gesunken. Die Auswirkungen des Lockdowns konnten nicht durch positive Effekte kompensiert werden. Wie sich die Konjunkturlage nun weiterentwickelt, wird von Experten unterschiedlich eingeschätzt.

Geschäftsklima

Der ifo Geschäftsklimaindex ist von 96,6 Punkten im April 2021 auf 99,2 Punkte im Mai 2021 gestiegen und erreicht damit seinen höchsten Wert seit Mai 2019. Die Unternehmen blicken demnach optimistisch in die Zukunft. Nach Einschätzung des ifo Instituts nimmt die deutsche Wirtschaft wieder Fahrt auf.

Lieferengpässe

Andere Stimmen warnen jedoch davor, dass die aktuellen Verknappungen und Preissteigerungen von Rohstoffen und Materialien wie Holz, Stahl und Kunststoff vielen Handwerkern, Bauunternehmen und Produktionsbetrieben zu schaffen machen. Viele müssen schon Kurzarbeit anmelden, obwohl die Auftragsbücher voll sind. Auch geraten die Kalkulationen aus den Fugen, so dass bei vielen Unternehmen Verluste drohen. Diese Entwicklungen wurden durch eine aktuelle Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHK) bestätigt. 42 Prozent der befragten Unternehmen bewerten die hohen Energie- und Rohstoffpreise als Geschäftsrisiko. In der Industrie sehen zwei Drittel der Betriebe Gefahren heraufziehen. In der Kunststoffindustrie sind sogar 80 Prozent in Sorge.

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