Trends für die Strategieplanung

Neue Normalität nach Corona?

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Die Corona-Krise ist noch nicht ausgestanden. Viele Unternehmen, die vom Lockdown getroffen sind, bangen weiterhin um ihre Existenz. Andere profitieren und expandieren. Wie geht es nun weiter? Wie verändert sich unsere Lebens- und Arbeitswelt nach Corona? Für Ihre Strategieplanung ist es wichtig, Trends und Szenarien zu erkennen. Hier einige Ideen zur möglichen „neuen Normalität“.

Corona-Regeln

  • Fernarbeit: Durch Homeoffice und Videokonferenzen werden sich Geschäftsessen, Geschäftsreisen und Büroflächen weiter reduzieren.
  • Zusammenkünfte: Tagungen, Seminare, Kongresse und Privatfeiern werden kleiner dimensioniert sein. Hybride Events werden noch eine Weile bleiben.
  • Abstandsregeln: Die nutzbare Fläche pro Gast, Kunde oder Mitarbeiter wird sich vergrößern. Drangvolle Enge wird erst einmal nicht wiederkehren. Das hat Auswirkungen auf die Preise und Gewinnmargen.
  • Hygiene: Die gelernten Corona-Hygienestandards werden erst einmal bleiben. Kunden werden weiter auf Sauberkeit und Hygiene achten.
  • Lieferdienste: Der Trend, Essen, Getränke, Lebensmittel und Waren über Apps und Online-Shops zu bestellen und sich nach Hause oder ins Büro liefern zu lassen, wird weiter zunehmen.

Digitaler, grüner, fairer

Die Corona-Krise soll nach dem Willen von Politik und Wirtschaft auch eine längst notwendige große Transformation einleiten. Die Welt soll digitaler, grüner und fairer werden. Das Konzept dazu ist im Juli 2020 erschienenen Buch COVID-19: The Great Reset von Prof. Klaus Schwab niedergeschrieben. Er ist Chef des mächtigen World Economic Forums (WEF). Der Öko-Trend wird sich in allen Branchen verstärken. Umweltfragen werden für Kunden und damit auch im Marketing wichtiger. Auch die Fragen der Fairness werden wichtiger. Inklusion, faire Bezahlung, Geschlechtergerechtigkeit, Diversität, Antirassismus und Sprache (Gendern) sind Themen, die über akademische Räume allmählich in die Unternehmenswelt dringen.

Weitere Trends

  • Um das nach der Corona-Krise notwendige Wirtschaftswachstum anzukurbeln, werden die Staatsinvestitionen in digitale und grüne Technologien und Infrastrukturprojekte zunehmen. Das dafür notwendige Geld wird von den Zentralbanken zur Verfügung gestellt. Es wird dann hoffentlich tatsächlich die Realwirtschaft erreichen. Die USA haben dazu ein Konjunkturpaket von 1,9 Billionen Dollar verabschiedet. Diesen Effekt, steigende Geldmenge (Inflation) und höhere Staatsinvestitionen (Wachstum) nennt man in der Ökonomie Reflation. Die aktuelle weltweite deflatorische Phase (Schrumpfung plus Preissenkungen) soll damit schnellstmöglich überwunden werden.
  • Weiter zunehmen wird auch die Macht der globalen Konzerne. Apple, Google, Amazon, Facebook & Co., aber auch Big-Pharma und Schattenbanken wie BlackRock verstärken derzeit ihre Lobbyarbeit und propagieren über das World Economic Forum (WEF) einen sogenannten Stakeholder-Ansatz. Der Mittelstand scheint dagegen an Einfluss zu verlieren.
  • Durch Corona wird vielleicht auch ein Ende derGlobalisierung eingeläutet. Wie Donald Trump möchte auch Joe Biden die Abhängigkeit von China reduzieren und Fabriken wieder in die USA verlagern. Statt „America first“ heißt es nun „Buy American“. Es geht um ein Decoupling. Auch die EU und Deutschland möchten die Lieferketten wieder regionaler organisieren.

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